2002

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"Neue Kultur des Helfens", "Kundenmacht für alte Menschen", "Pflege als Koproduktion", "pflegekultureller Wandel", "Pflege den Pflegenden", "Veröffentlichung und Demokratisierung des Pflegethemas" - so oder ähnlich lauten seit einigen Jahren manche sozialpolitischen Visionen rund um die Unterstützung, Betreuung und Pflege alter Menschen in ihrer eigenen Häuslichkeit. Selbstbestimmt und selbstständig zu Hause wohnen (bleiben) und möglichst nicht ins Heim umziehen zu müssen, diesen Wunsch der überwiegenden Mehrheit heute alter und hochaltriger Menschen hat sich auch das Pflegeversicherungsgesetz (SGB XI) auf die Fahnen geschrieben. Im hochdynamischen und vielfach paradoxen Gemengelage nicht erst seit Einführung dieses Gesetzes 1995, das Uschi Grieshaber (Forum Sozialstation) treffend als "Großbaustelle Pflege" bezeichnet, bleibt es besonders wichtig, pflege- und sorgeerfahrene BürgerInnen, pflegende Angehörige sowie freiwillige HelferInnnen als eigene, in sich höchst heterogene Akteurs- und Betroffenengruppe(n) in den Mittelpunkt zu rücken und dort auch wissenschaftlich "aufzuladen". Erst wenn sie alltäglich, selbstverständlich, sozial- und gesundheitswissenschaftlich sowie pflegepolitisch eine "voice" oder "issue" werden, kann Pflege tatsächlich partnerschaftlich gestaltet und gelebt werden: in gelebter gemeinsamer Verantwortung von pflegebedürftigen (alten) Menschen, ihren Nächsten, volunteers, professionellen ExpertInnen, Diensten, Institutionen, der Industrie und der Verwaltung.

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